PROSNOW Stellungnahme zum Sonderbericht des IPCC über die Ozeane und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima

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PROSNOW wird von 2017 bis 2020 von der Europäischen Kommission aus Mitteln des Programms H2020-EU.3.5.1. „Fighting and adapting to climate change” im Rahmen des Calls SC5-01-2016-2017 „Exploiting the added value of climate services” gefördert. Der Projektkoordinator Samuel Morin (Météo-France) war auch als Lead-Autor für den IPCC SROCC (Kapitel 2 „High Mountain Areas“ und „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“) tätig.

Der IPCC-Sonderbericht über Ozeane und Kryosphäre im Klimawandel (SROCC) wurde im September 2019 veröffentlicht. Der Skitourismus wird im SROCC und in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (SROCC SPM) explizit behandelt. Die SROCC SPM hält fest, dass technische Beschneiung in einigen Gebieten die negativen Auswirkungen auf den Skitourismus verringert hat (mittleres Vertrauen).

Darüber hinaus heißt es im Bericht, dass die derzeitigen Beschneiungstechnologien in einem wärmeren Klima, insbesondere bei einer globalen Erwärmung von 2°C und darüber hinaus, in den meisten Teilen Europas, Nordamerikas und Japans die Risiken für den Skitourismus voraussichtlich weniger effektiv zu verringern vermögen (hohes Vertrauen). Innerhalb des Lösungsportfolios zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels werden verbesserte kontextspezifische Prognosen, inklusive Frühwarnsysteme, als wirksame Lösungen identifiziert, die dazu beitragen, das Ausmaß der negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Das sich im Entstehen befindliche Klimaservice PROSNOW zielt darauf ab, bessere Vorhersagekapazitäten auf Zeitskalen von Tagen bis Wochen zu entwickeln, um Schneemanagementstrategien und insbesondere die Beschneiung zu optimieren. Durch die Verbesserung der Effizienz des Schneemanagementprozesses unterstützt PROSNOW die Anpassungskapazitäten auf unterschiedliche Weise, darunter auch die Verbesserung der Schneesicherheit bei zunehmend herausfordernden Wetter- und Schneebedingungen. Das Einsparen von Ressourcen kann ein zentrales Thema für die lokale Wasserversorgung von Skigebieten und anderen Sektoren sein. Durch Senkung der Produktionskosten kann PROSNOW zur wirtschaftlichen Gesundheit der Skigebiete beitragen. Gemeinsam von Wissenschaftlern und Schneeexperten entwickelt, lässt sich eine erfolgreiche Implementierung von PROSNOW in Skigebieten auch als Monitoring-System für den lokalen Klimawandel und dessen Auswirkungen nutzen. Die tägliche Verwendung solcher Informationen in einem betrieblichen Kontext würde eine erfolgreiche Verbindung zwischen Schneemanagement-Praktikern sowie Klima- und Schneewissenschaftlern etablieren.

PROSNOW kann dazu beitragen, Lösungen für die Anpassung der Skitourismusbranche an den gegenwärtigen und zukünftigen Klimawandel bereitzustellen. Anpassung in diesem spezifischen Kontext hat jedoch ihre Grenzen. Die Diversifizierung des touristischen Angebots über schneebasierte Aktivitäten hinaus wird in der SROCC SPM als potenziell wirksame Anpassungsmethode genannt. Dort heißt es: Diversifizierung der touristischen Aktivitäten im Jahresverlauf unterstützt die Anpassung in Hochgebirgsökonomien (mittleres Vertrauen). Darüber hinaus betont die SROCC SPM, dass die Ermöglichung von Klimaresilienz und nachhaltiger Entwicklung entscheidend von zeitnahen und ehrgeizigen Emissionsreduktionen in Verbindung mit koordinierten, nachhaltigen und zunehmend ehrgeizigen Anpassungsmaßnahmen abhängt (sehr hohes Vertrauen).

Das Anpassen von Managementpraktiken in Skigebieten muss im breiteren Kontext der Anpassung des Tourismussektors mit ehrgeizigen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen gesehen werden.

Hier finden Sie die englische Version der Stellungnahme als pdf.

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