Schnee stellt für Gebirgsregionen eine wichtige Ressource dar, die den Gewässerfluss aufrechterhält, das Ökosystem mit Frischwasser versorgt und den Wintertourismus – insbesondere Skigebiete – begünstigt. Das Betriebs-, Beschäftigungs-, Umsatz- und Gewinnausmaß hunderter Skigebiete in den europäischen Alpen hängt maßgeblich von meteorologischen Bedingungen ab; insbesondere dem natürlichen Schneefall, in zunehmendem Maße aber auch von für die technische Beschneiung günstigen meteorologischen Bedingungen.

Seit den 1970er-Jahren haben Skigebietsmanager ihre Schneemanagementpraktiken enorm verbessert; anfänglich, um die Auswirkungen der großen jährlichen Schwankungen abzuschwächen, in letzter Zeit hingegen auch als Anpassungsmaßnahme an die Auswirkungen des Klimawandels.


Skigebiete hängen daher in hohem Maße von geeigneten Bedingungen für die technische Beschneiung ab (vor allem von der Verfügbarkeit von kaltem Wasser sowie Minustemperaturen mit ausreichend niedriger Luftfeuchtigkeit). Mithilfe moderner Pistenpräparierung und -erhaltung, Schneedepotmanagement und technischer Beschneiung kann ein typisches Skigebiet dieselbe Saisonlänge mit etwa 30% weniger Schnee bewerkstelligen. Die Skiindustrie wendet vermehrt modernste technische Mittel für die Kontrolle und das Management der Schneebedingungen an und könnte stark von Vorhersagewerkzeugen profitieren, die sie in ihrem Entscheidungsprozess unterstützen.

Über die Zeitskala von Wettervorhersagen hinaus sind Skigebietsmanager auf unterschiedliche und verstreute Informationsquellen angewiesen, was einen optimalen Umgang mit besonders variablen meteorologischen Bedingungen erschwert. Verbesserte Vorhersagemöglichkeiten über alle Zeitskalen hinweg – von der „Wettervorhersage“ (typischerweise bis zu fünf Tagen) bis zu „Klimaprognosen“ auf saisonaler Ebene (bis zu mehreren Monaten) – bieten erhebliches Potential, um die Widerstandsfähigkeit sozioökonomischer Akteure zu erhöhen und ihr Echtzeit-Anpassungspotential zu unterstützen.


Das Projekt PROSNOW zielt darauf ab, einen Demonstrator für ein Wettervorhersage-, Klimaprognose- und Schneemanagementsystem zu bauen, der eine Zeitskala von einer Woche bis zu mehreren Monaten abdeckt und speziell auf die Bedürfnisse der Skiindustrie zugeschnitten ist. PROSNOW wird die neuesten fachlichen Erkenntnisse anwenden, die für die Vorhersagbarkeit der Atmosphären- und Schneeverhältnisse relevant sind. Die damit verbundenen Produkte werden die Bedürfnisse der Skigebiete in einer Weise bedienen, die über die derzeit verfügbaren Werkzeuge hinausgeht.


Der Mehrwert, der Skigebieten durch diese Serviceleistungen erwächst, wird im Rahmen des Projekts untersucht und dokumentiert. Das Projekt schlägt ein alpenweites System vor (Skigebiete in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien). Es bringt unterschiedlichste Akteure zusammen und vernetzt diese, darunter Anbieter von Wettervorhersagen und saisonalen Klimaprognosen, auf die Schneedeckenmodellierung spezialisierte Forschungseinrichtungen, ein Ensemble von mindestens acht repräsentativen Skigebieten in den Alpen, technische Gremien, die Skigebietsmanager repräsentieren, sowie eine Gruppe privater Anbieter von High-Tech-Dienstleistungen für das Schneemanagement (Schneehöhenbeobachtung auf Pisten, Beschneiungsanlagen, Vorhersagesysteme, Apps …). Der Mehrwert des Demonstrators wird für die Skiindustrie, aber auch für weitere Interessensgruppen wie lokale und regionale Tourismusbehörden, Wasserkraftmanager sowie Naturgefahrenvorhersager und -manager, evaluiert.

Das Projekt PROSNOW umfasst nicht nur das Design, die Entwicklung und die Implementierung des Demonstrators, sondern bewertet auch den ökonomischen Mehrwert des entwickelten Produkts, konsolidiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine operative Implementierung des Demonstrators ermöglichen, und initiiert die Marktverbreitung.